Bildung – (k)en Schläck?
Ein Mädcheninternat, eine Privatschule mit Oberstufe? Was verstehen Sie darunter? Wie sieht der konkrete Alltag junger Frauen zwischen 11-17 Jahren aus? Unsere Lern- und Lebensgemeinschaft am Oberen Zürichsee bietet Raum und Zeit für ganzheitliche Bildung.
Persönlichkeitsbildung durch Ausbildung von Kernkompetenzen! Wie zuckersüss zerrinnen die Worte auf dem Mund der Bildungsforscher/-innen. Diese Kernkompetenzen lauten (nach Gerhard Roth in «Bildung braucht Persönlichkeit», 2011, S. 290 ff):
· Stress- und Frustrationstoleranz (z.B. mit Techniken der Selbstberuhigung)
· Motiviertheit und Zielorientierung (z.B. mit Entwicklung von Leistungswillen)
· Impulshemmung (z.B. durch Emotionsregulation und Ausbildung von Geduld, Toleranz usw.)
· Bindung und Empathie (z.B. das Aushalten von Trennung als lebenslange psychische
Herausforderung)
· Realitätssinn und Risikowahrnehmung (z.B. kritischer Verstand und Fähigkeit zur Selbstkritik)
Süss- und schöngeredete Begriffe mit einleuchtenden Erklärungen. Wie sieht die Realität in unserer Impulsschule aus? Wie gestalten wir Bildung mit 110 pubertierenden Mädchen – mit ihren Eltern? Worauf bauen wir im Alltag?
Des Rätsels Lösung könnte im Eintauchen ins volle, pulsierende Leben liegen. Jeder Tag ist spannend, sowohl für die jungen Frauen wie auch für uns Erwachsene:
«Ich nehme für meine Kollegin das Ämtli Speisesaal ab, sollte gleichzeitig mit den Hunden hinaus und muss unbedingt mit meiner Tischgruppe zu Sr. Sylvia.» – Wo setzt Sibylle ihre Prioritäten? Wie erklärt sie den andern ihr Vorgehen? Wie reagiert sie, als die Hunde zu Bellen beginnen, weil sie warten müssen? Was lernt sie, um ähnlichen Stresssituationen vorzubeugen?
«Ich bin ja eigentlich geduldig, doch diese Tina bringt mich zum Kochen! Schon wieder macht sie nur das Minimum für die Gruppenarbeit, kommt zu spät in die Ressortsitzung und fährt mich an, weil ich sie darauf aufmerksam mache.» – Wie bringt Barbara ihre Emotionen wieder ins Gleichgewicht? Wann spricht sie in aller Ruhe mit Tina? Welche innere Stärke tankt sie beim Meditieren? Welche Hilfestellungen bietet sie an? Wo holt sie sich selber Hilfe?
Fragen über Fragen. Antworten suchen wir gemeinsam. Im Gespräch, im Aushalten, Weitergehen, Mutmachen, Tiefersehen, Dahinterschauen, Neuanfangen. Und Antworten tauchen auf, nicht immer «en Schläck», aber bereit zum Anbeissen und Anpacken des Lebens!
Hin und wieder beissen wir uns die Zähne aus. Doch oft gelingt es in unserer Lern- und Lebensgemeinschaft, appetitliche, wohlriechende Aromen ins Leben einfliessen zu lassen. Junge Frauen liegen uns am Herzen.
Wir freuen uns, wenn Sie Interesse an unserer Bildungsarbeit haben. Unsere Homepage gibt einen ersten Einblick. Noch besser ist allerdings ein „Live-Besuch“. Schauen Sie hinein – herzlich willkommen!
Sr. Andrea Fux, Schulleiterin