Spiritualiät

Unsere Grundlagen.

"Das Mass Gott zu lieben ist, ihn ohne Mass zu lieben." (Bernhard von Clairvaux)

Im Pochen der Wellen am Seeufer spiegelt sich der stete Rhythmus des Betens und Singens, das an diesem geschichtsträchtigen Ort vor mehr als 750 Jahren begonnen hat und bis heute fortdauert. Unser Gebet hat eine gemeinschaftliche Dimension, die sich vor allem im Chorgebet ausdrückt. Es gibt dem klösterlichen Tag seinen Rhythmus, indem wir am Morgen, am Mittag am Abend und zu Beginn der Nacht als Gemeinschaft singend vor Gott stehen. Unser persönliches Gebet nährt sich im Besonderen aus dem Evangelium, das wir täglich in der "lectio divina" zu uns sprechen lassen.

Gott suchen

Leitfaden für unser Gemeinschaftsleben ist die Benediktsregel. Sie ist ca. 1500 Jahre alt und noch immer erstaunlich aktuell. Die erste Motivation für ein Leben im Kloster, ist nach Benedikt, Gott zu suchen. Es ist eine Suche, die die ganze Zeit eines Lebens braucht.
Wir sind also keine Spezialisten in Sachen "Gott und Glauben", Wir sind nicht die, die Bescheid wissen. Nein, wir sind Suchende, leidenschaftlich Suchende, die das Geheimnis "Gott" nicht mehr loslässt. Alle praktischen Weisungen, die wir in der Regel finden, stehen unter den Vorzeichen, dass es zuerst darum geht, hörende und wache Menschen zu werden: wach für Gott, wach für die Menschen und wach für das Leben selbst, das zu uns spricht.

Als Zisterzienserinnen lassen wir uns überdies von den Schriften unserer Ordensväter und -mütter inspirieren, allen voran von Bernhard von Clairvaux, der großen Gestalt der Anfangszeit des Ordens. Das Klosterleben auf begrenztem Lebensraum will uns in die Tiefe führen und innerlich weit machen. Wir sind nicht für uns selbst hier. Es ist unser grosser Auftrag, täglich die ganze Welt und ihre großen Fragen an Gottes Herz zu legen.

"Sei wie eine Brunnenschale, die zuerst das Wasser in sich sammelt und es dann überfließend weitergibt." (Bernhard von Clairvaux)

Arbeit

Auch wenn das Gebet unseren Tag strukturiert, kommt doch der Arbeit ein grosser Stellenwert zu. Gerade die Arbeit ist der gute Boden, der uns hindert, in eine falsche Spiritualität zu fliehen.

Pioniere

Unsere Ordensväter waren Spezialisten darin, Land urbar zu machen und Pioniere in der Entwicklung neuer Technologien, die ihre klösterlichen Wirtschaftsbetriebe zum Blühen brachten. In diesem Sinn wollen auch wir Antworten auf die Fragen und Notwendigkeiten unserer Zeit suchen. In Wurmsbach tun wir dies in der Erziehung und Begleitung junger Menschen und in der Aufnahme von Gästen.